Elisabeth Voß

Dipl. Betriebswirtin (FH) und Publizistin, Berlin

Solidarisches Zusammenleben

nicht zerstören lassen!

Spannende Beispiele für die solidarische Aufnahme von Geflüchteten finden sich in Riace und anderen Bergdörfern im süditalienischen Kalabrien. Wo vor allem jüngere Menschen längst ausgewandert sind, weil es dort im Süden Italiens keine Arbeitsplätze gibt, werden Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen. Sie beleben die Dörfer, bringen zumindest einen bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung und tragen zu funktionierenden Infrastrukturen bei. Das ist nicht perfekt und nicht einfach kopierbar, aber inspirierend, und es kann Anregungen geben auch zur Frage, wie in anderen Ländern - auch in Deutschland - Menschen gemeinsam ihren Alltag gestalten können, gerade auch in aussterbenden ländlichen Regionen.

Es begann bereits Ende der 1990er Jahre, als in Badolato erst ein paar Hundert junge Flüchtlinge für einige Zeit im Dorf lebten, später geflüchtete Familien aufgenommen wurden. In Camini führt eine Genossenschaft Projekte mit Geflüchteten durch. Seit 1998 leben in Riace teils mehrere Hundert Geflüchtete. Riaces Ex-Bürgermeister Domenico Lucano wurde weltweit bekannt durch sein Engagement für Menschen auf der Flucht.

Solidarität mit Riace!

15.11.2019 bis 15.02.2020, Berlin: Willkommen in Riace

Ausstellung im Sandalia in Charlottenburg (s.u.)

Zur Wiedereröffnung (nach der Winterpause) am 21. Januar 2020 hat Tatiana Abarzúa einen Artikel über die Ausstellung veröffentlicht.

Dezember 2019: Führungen durch die Riace-Ausstellung beim Wintermarkt

Führungen am So. 01.12. um 15 und 17h, am Sa. 14.12. um 17h und am Sa. 21.12. um 16h

Im Rahmen meiner Ausstellung Willkommen in Riace findet jeweils ab 14h ein Wintermarkt statt.

Das erste Öl der Ölmühle FRANTOIO SOCIALE aus Riace kann verkostet und bestellt werden. Präsentiert werden weitere Produkte aus Solidarischem Direkthandel, z.B. Kunsthandwerk aus Riace, Öl und Zitrusfrüchte der kalabrischen Kooperative Nelson Mandela (Gioiosa Ionica), Kaffee von Kooperativen in zapatistischen Gemeinden in Mexiko, ökologische Reinigungsmittel der immer noch besetzten Fabrik Vio.Me in Thessaloniki, Tee von der ehemals besetzten Fabrik Scop Ti bei Marseille.

So. 01.12.2019,18.00 Uhr: Film-Screening TASTE OF HOPE von Laura Coppens, über die selbstverwaltete Teebeutelfabrik Scop Ti (2019, frz. mit dtsch. UT).

Sa. 14.12.2019, 19:00 Uhr: Film-Screening Esilio - La Passione Secondo Lucano von Maurizio Fantoni Minnella über Domenico (Mimmo) Lucano zur Zeit der Verbannung aus Riace  (2019, ital.).

Sa. 21.12.2019, letzter Ausstellungs-Tag in diesem Jahr, Wiedereröffnung Mitte Januar, siehe Sandalia-Website.

Spenden für das AlarmPhone: 45,25 Euro

Sa. 23.11.2019, 19h: Film "Il Volo" in Anw. von Domenico (Mimmo) Lucano

Anschl. Gespräch über die Utopie, die in Riace verwirklicht wurde, über die aktuelle Situation und solidarische Aktivitäten, die wir auch von hier aus folgen lassen können.

Verkostung des Olivenöls und Möglichkeit der Direktbestellung bei der Ölmühle FRANTOIO SOCIALE von Riace.

Abend in italienisch und deutsch (mit Übersetzung) im Sandalia in Charlottenburg, Schillerstraße 106, 10625 Berlin.

Erste Veranstaltung des Begleitprogramms zur Ausstellung Willkommen in Riace, Ausstellung geöffnet ab 16.00 Uhr.

Nov. 2019: Interview mit Domenico Lucano

Am 30.10.2019 habe ich Domenico (Mimmo) Lucano zur Solidarischen Ökonomie und zu den Perspektiven der Aufnahme von Menschen auf der Flucht in Riace interviewt.

Interview italienisch (pdf)                                Interview deutsch (pdf) auch bei Pressenza

Vernissage am Freitag, 15.11.2019 um 19h

Solidarische Aufnahme von Menschen aus aller Welt in einem kalabrischen Bergdorf – Zerstörung und neue Hoffnung.

Ausstellung bis 15.02.2010 im Sandalia in Charlottenburg, Schillerstraße 106, 10625 Berlin (nahe Leibnitzstraße, Bushaltestelle Bismarckstraße, Linie 101 und U-Bhf. Deutsche Oper).

Mehr Infos (überwiegend auf italienisch)

Weitere Termine in Berlin

Mo. 25.11.2019, 18h: Inklusion Geflüchteter in deutschen und italienischen Gemeinden - Die Beispiele Riace und Mühlenbecker Land, FU Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin,  Raum L 116 (Seminarzentrum), in Zusammenarbeit mit ANPI Berlino-Brandeburgo und der Gemeinde Mühlenbecker Land.

Fr. 22.11.2019: "Europa beginnt mit Riace – offen, inklusiv, solidarisch".

Gute Neuigkeiten

05.09.2019 * Die Verbannung von Domenico "Mimmo" Lucano aus Riace wurde heute aufgehoben (kaum ist Salvini weg)! Endlich, nach fast 11 Monaten, die der ehemalige Bürgermeister sein Dorf nicht mehr betreten durfte.

Ein wichtiger Schritt - wenngleich nur einer von vielen, aber ein längst überfälliger! - in eine bessere Zukunft für Riace!

Am 9. September 2019 erschien mein Artikel "Eine Zukunft für Riace" im ND.

Die Solidarität geht weiter

Wunderschön: Bella Ciao mit Bildern aus Riace (Video)

Es ist wichtig, dass die Welt nach Riace schaut und nicht zulässt, dass dieses Dorf, das zu einem Symbol der Solidarität geworden ist, zerstört wird. Riaces couragierter (Ex-) Bürgermeister Mimmo (Domenico) Lucano und viele weitere solidarische Bewohner*innen werden mit politisch motivierten Gerichtsprozessen verfolgt, dagegen sind Proteste jeder Art nötig.

Es ist ebenso wichtig, Riace finanziell zu unterstützen, damit dort trotz allem ein solidarisches Zusammenleben von einheimischen und geflüchteten Menschen (weiterhin) möglich ist: Spendenkonto für Deutschland und für die Schweiz.

Demnächst soll in Freiburg ein Verein zur solidarischen Unterstützung von Riace gegründet werden.

Der Deutschlandfunk hat am 11. Juni 2019 ein Feature von Aureliana Sorrento über Riace gesendet, das auch als Text online steht: Ein Integrationsmodell wird abgewickelt - Riace im Visier der Lega.

Am 11. Mai 2019 fand ein Kulturfestival in Riace statt, es gibt Videos vom Auftritt der Band OndAnomala und von einer beeindruckenden Demonstration, die an der Ortsgrenze auf Mimmo Lucano traf.

Die Stiftung È stato il vento (Es war der Wind) wurde am 12. Januar 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 8. Mai 2019 erfolgte die formale Gründung. Sie möchte die Aufnahme von Geflüchteten in Riace weiterhin finanziell ermöglichen. Es geht darum, "eine lokale Wirtschaft zu schaffen und zu sichern, die auf den Kriterien der Solidarität, der Emanzipation und des Respektes für die Umwelt basiert."

Der junge lateinamerikanische Künstler Carlos Atoche hat ein Murales (Wandbild) in Riace Superiore gestaltet, auf dem er das Gesicht von Mimmo Lucano im Stil der berühmten Bronzestatuen, die 1973 im Meer vor Riace gefunden wurden, gestaltet hat. Er spricht mit Lucano im Video Il sogno del guerriero.

Im Februar 2019 unternahmen Aktivist*innen eine Friedens-Radtour von Rom über Neapel nach Riace: Video dieser Ciclostaffetta.

Die Initiative zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die Gemeinde von Riace: Il Nobel per la pace a Riace, hat am 31.01.2019 die gesammelten 90.000 Unterschriften an das Nobelpreiskomitee nach Oslo geschickt.

4.10.2018: Riace kann man nicht verhaften!

2.10.2018: Solidarität mit Domenico Lucano

Heute früh wurde Domenico Lucano, der Bürgermeister von Riace, das seit Ende der 1990er Jahre für die solidarische Aufnahme von Geflüchteten bekannt ist, unter fadenscheinigen Begründungen verhaftet. 2017 hatte Domenico "Mimmo" Lucano den Dresdner Friedenspreis bekommen.

In Rom gab es sogleich eine Demonstration (Fotos: Anna Voss), am Samstag wollen Aktivist*innen nach Riace fahren, um dort für die Freilassung von Domenico Lucano zu demonstrieren.

Mehr z.B. in der taz: Engagierter Bürgermeister verhaftet und bei der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration (FFM)

Meine TERMINE zum Thema:

Donnerstag, 09.05.2019, 19h, Bielefeld: Vortrag mit Fotos bei Seebrücke, Ortsgruppe Bielefeld.

Dienstag, 07.05.2019, 18:45h, Celle: Vernissage der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien in der heimvolkshochschule Husted.

Samstag, 09.02.2019, Hannover: Vortrag mit Fotos auf der Antifaschistischen Sozialkonferenz „Solidarität statt Spaltung“ Der gesellschaftliche Rechtsruck als praktische Herausforderung.

Mittwoch, 02.05.2018, 19h, Torgelow: Vernissage der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien im SPD-Bürgerbüro von Patrick Dahlemann.

Samstag, 11.03.2018, 18:00h, in Neuwied: Finissage der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien in  Neuwied-Block, Kirche Heilige Familie, Mittelweg.

Samstag, 09.12.2017, 15:00h, Salzwedel: Eröffnung der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien in der Burgstraße 38.

Montag, 25.09.2017, 19:30h, Heidelberg: Eröffnung der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien in der Providenzkirche.

Dienstag, 16.05.2017, 19:30h, Hamburg: Alternative Flüchtlingsprojekte mit Elisabeth Voss, Sven Lager und Willi van Buggenum.

Montag, 24.04.2017, 18:88h, Frankfurt/M.: Eröffnung der Ausstellung Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien bei der IG Metall.

Am 10.02.2017 erschien mein Beitrag über Riace: Das Dorf des Willkommens in der Zeitschrift Publik Forum.

Am 06.10.2016 war ich als Studiogast in der Radiorubrik Geld oder Leben über Solidarische Ökonomie in Berlin-Brandenburg bei multicult.fm, und habe über Kalabrien berichtet. Die Sendung kann nachgehört werden.

Am Samstag, 17.09.2016 habe ich - gemeinsam mit Bruno Watara - in Kyritz über die Reise berichtet. Einen Veranstaltungsbericht gibt es HIER.

Fotoausstellung vom 24. März bis 18. Mai 2017 in der Regenbogenfabrik in Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Straße 22a, 10999 Berlin

Am Mittwoch, 17. Mai 2017 um 19h findet die Finissage statt, und ich erzähle nochmal davon, wie Riace und andere Orte in Kalabrien Menschen aufnehmen, die auf der Flucht sind.

Am Freitag, 24. März 2017, war die Vernissage der Ausstellung Solidarisches Kalabrien im Kreuzberger Regenbogen-Café:

"Elisabeth Voß zeigt Bilder einer Reise nach Kalabrien, in die ärmste Region Italiens, ganz unten im Süden.
Dort leiden viele Orte an der Abwanderung der einheimischen Bevölkerung. Und nun kommen Flüchtlinge nach Riace und in andere Dörfer, die vom Aussterben bedroht sind. Junge Menschen mit Kindern beleben die Straßen, es entstehen Projekte, die manchen ein bescheidenes Auskommen sichern. Die meisten Geflüchteten ziehen nach einer Weile weiter, aber es kommen immer wieder neue nach.
Die Fotos versuchen einen Einblick zu geben in das weite Feld zwischen Hoffnung und Vergeblichkeit."

Ein Interview zu meiner Foto-Ausstellung findet Ihr auf berlin.imWandel.

Am 28. Juni 2016 wurde in Regensburg erstmals die Wanderausstellung Jenseits von Lampedusa – Willkommen in Kalabrien. Zum gleichnamigen Ausstellungskatalog habe ich den Beitrag Orte des Willkommens in Deutschland? veröffentlicht. Das Buch erschien im Juni 2016 als Band 2 der Reihe Topographien der Menschlichkeit.

Im Juni 2016 war ich in Kalabrien, und habe dort Riace besucht, sowie Badolato (wo alles anfing), Camini (wo eine Genossenschaft sich um Flüchtlinge kümmert) und Stignano (wo ich ein Solidaritätsfest besucht habe).

Bei der Rosa Luxemburg Stiftung habe ich einen Reisebericht veröffentlicht.

Zum Katalog der Ausstellung von Courage gegen Fremdenhass habe ich den Text "Orte des Willkommens in Deutschland?" beigetragen.

 

Ein paar Informationen und Links zu Orten des Willkommens in Deutschland, mit dem Schwerpunkt ländliche Regionen und schrumpfende Städte: Weiterlesen HIER