Elisabeth Voß

Dipl. Betriebswirtin (FH) und Publizistin, Berlin

Projekt A in Neustadt / Weinstraße

Von 1993 bis 1996 habe ich in Neustadt / Weinstraße gelebt, im Projekt A, das auch unter dem Namen WESPE (Werk selbstverwalteter Projekt und Einrichtungen) bekannt war.

Zu guten Zeiten gab es dort etwa 12 Kollektivbetriebe. Einige von ihnen, sowie das Projektzentrum Ökohof, existieren noch heute. Ich habe damals in der WIESE gearbeitet, einem Handwerksbetrieb für ökologische Haustechnik.

Die WESPE war einer der größeren Selbstverwaltungs-Versuche der Alternativenbewegung, aus dem sich sicher einiges lernen lässt, insbesondere aus den Konflikten und aus dem Scheitern. Leider gibt es nur wenige Veröffentlichungen darüber, zum Beispiel hier:

Horst Stowasser: Wege aus dem Ghetto: Die anarchistische Bewegung und das Projekt A, in: Rolf Cantzen (Hrg.).: „Anarchismus - Was heißt das heute“. Als Broschüre erschienen im An-Archia-Verlag 1990.

Marburger Pro-A-Gruppe: "Projekt A" - Was ist das eigentlich? 1992.

Elisabeth Voß: In einer Kleinstadt selbstverwaltet, ökologisch und libertär leben, in: B. Flieger, B. Nicolaisen, R. Schwendter: Gemeinsam mehr erreichen, AG SPAK Verlag, München 1995.

Elisabeth Voß: Wege, Umwege, Irrwege, in: Kollektiv KommuneBuch:  Das KommuneBuch, Werkstatt Verlag, Göttingen 1996 (der Text, mit einem Kapitel über die WESPE, steht kpl. online).

Jens Herrmann: WESPE - Das @ndere Modell und Wirklichkeiten: wie es gekommen ist aus seiner Diplomarbeit, nachgedruckt in der Zeitung der Grünen Liga: Rabe Ralf, Berlin 2001.

Elisabeth Voß: Gemeinsam wohnen und arbeiten – Kommunen und andere selbstorganisierte Lebensgemeinschaften, in: H. J. Degen, J. Knoblauch: Anarchismus 2.0, Schmetterling Verlag, Stuttgart 2009 (ein Teil meines Textes findet sich in der Online-Leseprobe).

In einem der großen Konflikte ging es um eine Veranstaltung von zwei WESPE-Kollektivbetrieben mit dem rechten "Ernährungspapst" Max Otto Bruker:

Elisabeth Voß: Aktionen "gewaltbereiter, gesellschaftsschädigender Elemente". Aktion gegen Bruker in Neustadt/Weinstraße, in: ÖkoLinx 23, Sommer 1996.

Flugblatt zur Aktion von der Antifa-Koordination Rhein/Mosel

Jutta Dithfurth: Entspannt in die Barbarei – (Öko-)Faschismus und Biozentrismus (Auszug 1996)

Salzekurier: Max Otto Bruker: Wer war der "Ernährungspapst" wirklich?